Der Dachverband der Fanhilfen richtet sieben konkrete Forderungen zur Wahrung von Fan-, Bürger- und Freiheitsrechten an die Politik. Trotz eindeutig widersprechenden polizeilichen Kennzahlen wird in der öffentlichen Debatte mantraartig behauptet, dass ein Stadionbesuch in Deutschland gefährlich sei. Die zum Teil angedachten sicherheitspolitischen Verschärfungen sind weitgehend. Vor diesem Hintergrund äußern sich die Fanhilfen zur anstehenden Bundestagswahl.
Dazu betont Linda Röttig, Vorstandsmitglied vom Dachverband der Fanhilfen e. V.: „Die Einschränkungen fundamentaler Bürger- und Freiheitsrechte erfolgen zuallererst bei Fußballfans. Was hier einmal erprobt und im Zweifel durchgesetzt wurde, wird anschließend auf andere gesellschaftliche Gruppen erweitert. Mithilfe der Kriminalisierung von Fankultur und Fandasein wird ein verzerrtes öffentliches Bild gezeichnet, welches der Einschränkung grundlegender Freiheits- und Bürgerrechte dient. Davon betroffen sind im Zweifel nicht nur Fußballfans, sondern alle Menschen in Deutschland. Umso wichtiger ist es, diese verzerrte Darstellung öffentlich zu korrigieren.“
Der Dachverband der Fanhilfen vertritt Fußballfans als mündige Bürger, die nicht länger als Versuchskaninchen für autoritäre und nicht mit dem Grundgesetz in Einklang zu bringende Sicherheitsfantasien missbraucht werden wollen. Gleichwohl geht es neben dem Schutz von Grundrechten Einzelner ebenso um zunehmende Einschränkung von Freiheits- und Bürgerrechten. Daher wird u. a. die Beibehaltung des Bundespolizeibeauftragten, die Abschaffung der Datei „Gewalttäter Sport“, die Ablehnung der angedrohten Überwachung jeglicher Kommunikation durch die sogenannte Chatkontrolle sowie ein Stopp für weitere unverhältnismäßige Kompetenzerweiterungen der Polizei gefordert.
Linda Röttig erläutert hierzu: „Wer glaubt, sich erneut auf Kosten von Fußballfans politisch profilieren zu können, befindet sich auf dem Holzweg. Wir sind nicht bereit, weitere sicherheitspolitische Verschärfungen auf unserem Rücken zu akzeptieren. Die angedrohten Gesetzesverschärfungen betreffen fundamentale Grundrechte und sollen diese weiter maßgeblich einschränken. Wenn elementare Teile einer Demokratie wie die Gewaltenteilung oder das Rechtsstaatsprinzip in Gefahr sind, dann gilt es sich dagegen zu wehren. Es sollte jedem klar sein: Wenn der Rechtsstaat verschwindet, dann bleibt nur die Willkür.“